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Gibt es einen Weihnachtsmann?



Marie sitzt auf meinem Schoß und schaut mich mit großen Augen an. Irgendetwas hat sie auf dem Herzen, aber sie zögert etwas, bevor sie mir eine Frage stellt, die sie schon seit einiger Zeit zu beschäftigen scheint. „Omi, gibt es einen Weihnachtsmann?“ Die Frage kommt sehr überraschend für mich und ich merke, dass sie mich genau beobachtet. Ihre Wangen sind leicht gerötet und die blauen Augen glänzen. Sie lässt mich nicht aus den Augen und ist gespannt auf meine Antwort. „Wie kommst du denn jetzt darauf?“, frage ich sie, um ein wenig Zeit zu gewinnen. „Maja hat in der Schule behauptet, dass es keinen Weihnachtsmann gibt.“ „Naja, ich denke sie zweifelt, weil sie ihn noch nie gesehen hat. Es gibt so viel Unglaubliches auf dieser Welt, was wir nicht begreifen können. Stell dir nur vor, was wäre ein Weihnachtsfest ohne einen Weihnachtsmann? Wäre das Fest dann noch so schön und romantisch?“ Marie schüttelt den Kopf so heftig, dass ihr kleiner blonder Pferdeschwanz hin- und herschaukelt.
„Wie traurig und leer wäre die Welt, wenn es den alten Mann mit seinem Rauschebart nicht gäbe. Ich glaube daran, dass es ihn gibt und kann mir ein Weihnachtsfest ohne Weihnachtsmann gar nicht vorstellen. Maja hat wenig Fantasie. Du kannst mir glauben, dass der Weihnachtsmann noch in vielen Tausend Jahren die Kinderherzen höher schlagen lässt. Das Weihnachtsfest hätte an Faszination verloren und wir wären um ein Wunder ärmer.“ Die Neunjährige schaut mich verträumt an und scheint meinen kleinen Vortrag zu verarbeiten. „Es gibt Weihnachtslieder und so viele Geschichten über den Gabenbringer. In der ganzen Welt wird er besungen.“ „Das stimmt“, sagt sie, „in der Schule haben wir auch Morgen kommt der Weihnachtsmann gesungen. Unsere Lehrerin würde es nie singen, wenn es keinen gäbe."
„Schau Marie, wenn du fest daran glaubst, dass es ihn gibt, kommt er jedes Jahr am Heilig-Abend und bringt dir Geschenke.“ „Omi, dann glaube ich an ihn!“
Zufrieden klettert sie von meinem Schoß herunter und hüpft freudestrahlend aus dem Zimmer. „Hatte ich doch Recht!“, höre ich sie rufen.

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Mit lieben Grüßen, Gudrun Nagel-Wiemer


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